Die 7 Stufen der inneren Alchimie
In der heutigen Zeit klingt der Begriff „Alchimie“ ziemlich abgenutzt. Es versinkt in den Nebeln unserer Kultur, in der sogar Worte konsumiert werden. Während die meisten Menschen es mit dem Bild eines Gelehrten assoziieren, der im geheimen Labor nach dem Stein der Weisen sucht, um Blei in Gold zu verwandeln, ist die wahre Alchimie sehr weit von diesem Klischee entfernt. Sie verbirgt die größten Geheimnisse der Natur, die dem Menschen die Macht geben, das Dichte in Subtiles zu verwandeln und sein irdisches Leben zu einem grandiosen Werk zu gestalten, das die herrliche Pracht des Geistes, das wahrhaftige Gold offenbart.
Die moderne Wissenschaft und dessen große Entdeckungen sind ein Erbe der Alchimisten. Ihre Ideen und Gedanken sind der Ursprung zahlreicher Facetten unserer Zivilisation, in unterschiedlichen Bereichen des Lebens. Zum Beispiel, Descartes war Alchimist, genauso wie Newton unter vielen anderen.
Wenn man hinter die Kulissen der Geschichte schaut und den Staub über unserer Vergangenheit etwas entfernt, zeigt es sich, wie sehr die Wissenschaft heute Ihren Ursprung, ihre Wurzeln und ihre Meister leugnet. Die Wissenschaftler haben sich die Entdeckungen ihrer Väter zu Eigen gemacht, indem sie den Ursprung ihres Wissens verheimlichten.
Trotzdem kann man feststellen, dass die Fähigkeit des Menschen, die Natur zu verändern und auf die vier Element einzuwirken, Chemie und die Gesetze der Materie anzuwenden, direkt aus der Wissenschaft stammt, die man Alchimie nennt.
Die modernen Wissenschaftler wenden Ihre geistige Engstirnigkeit auf ihre eigene Kunst an: Sie entfernten den wahren Sinn der Alchimie, seine spirituelle Dimension, um einzig jene Aspekte zu erhalten, die Ihren eigenen materiellen und persönlichen Interessen dienen.
Die Alchimisten dagegen benutzten dieses wertvolle Wissen, um mit Respekt für die Gesetze des Lebens, höhere Welten zu erreichen.
Eine andere Weltanschauung
Die Alchimisten gelangten während der Entschlüsselung des Buches der Natur zu der Erkenntnis, dass ein höheres Leben aus der Dichte entspringen kann und dass die Formenwelt dies offenbart.
Sie haben dieses Gesetz auch auf der Ebene der Metalle umgesetzt. In der Tat waren die Metalle einer der beliebtesten Forschungsbereiche der Alchimisten. Sie kamen zu folgendem Schluss: Die Ur-Materie ist Eins. Alle Erscheinungen, denen man in der Formenwelt begegnet, sind nur Veränderungen dieser Ur-Materie. Durch die Neuordnung der physischen und chemischen Strukturen ist es also möglich, Blei in Gold zu verwandeln.
Aber das endgültige Ziel der Alchimie war die Bewusstseinsentwicklung, das Aufblühen des Menschen. Denn der Mensch trägt alle Reiche in sich und durch das Mineralreich eben auch die Metalle.
Die Umwandlung des Bleis in Gold
Viel wurde über den Stein der Weisen gesagt und über seine Kraft, Blei in Gold zu verwandeln. In Wirklichkeit dient das Äußere allein dazu, das Innere zu verstehen. Die Alchimie sollte sich vor allen Dingen im Inneren des Mensche abspielen. Der wahre Stein der Weisen ist der Mensch selbst durch sein Bewusstsein, das erwacht und ermöglicht, das Schwere (das Blei), zum Subtilen (dem Gold) zu erheben.
Die Umwandlung des Bleis in Gold ist also eine Darstellung der Verwandlung und des Aufstiegs des Menschen in eine höhere Welt.
Während dieses alchimistischen Vorgangs steigt der Mensch über sieben Stufen, die den sieben Körpern des Menschen entsprechen. Im Mineralreich finden wir diese sieben Stufen in Blei, Eisen, Kupfer, Quecksilber, Zinn, Silber und Gold wieder.
Die Verwandlung ist ein Weg der Veredelung.
Das Blei
Der physische Leib
Das Blei ist der physische Leib und die Identifikation mit der Dichte und der vollkommenen Undurchsichtigkeit. Wer im Blei-Bewusstsein lebt, ist wie ein Toter. Das Blei oxidiert sehr schnell, so wie der physische Leib schnell altert. Wenn man das Blei erwärmt, also mit einer bestimmten Energie belebt, wird es schön glänzend wie Silber und erhält eine spiegelnde Oberfläche. Entfernt sich aber die Energie, die dem Blei diesen schönen Aspekt gab, erkaltet es und wird schnell fest und schwarz.
Wenn man Blei ununterbrochen erhitzt, entsteht ein feiner Film auf der silbrigen Flüssigkeit, der sich, wenn man ihn entfernt, immer wieder neu formt, bis nichts mehr übrig bleibt. Darin zeigt sich uns deutlich die Bestimmung des Körpers, der trotz bestimmten Momenten wunderbaren Scheins, vergänglich ist.
Durch das Blei erfahren wir von der Natur folgende Weisheit: „Mensch, dein Leib ist Staub und wird wiederum zu Staub. Wenn du nur für deinen Leib lebst, wird nichts von dir übrig bleiben.“
„Die Alchimisten gelangten während der Entschlüsselung des Buches der Natur zu der Erkenntnis, dass ein höheres Leben aus der Dichte entspringen kann und dass die Formenwelt dies offenbart.“
Fortsetzung in der Ausgabe Nr. 7 (Februar/März), erhältlich im Bahnhofsbuchhandel und anderen Verkaufstellen der Presse
